100 Jahre Schulhaus Rechberghausen

 

Vita Georg Thierer

 

10. Dezember 1909

Georg Thierer wird als jüngstes von insgesamt fünf überlebenden Kindern des Ehepaars Thierer in Donzdorf geboren. Die Eltern haben einen Bäckereibetrieb und leben zusätzlich von Landwirtschaft.

 

1916 - 1923

Besuch der Volksschule in Donzdorf

Das Ende der Schulpflicht von G. Thierer fällt mitten in die Zeit der Inflation.

 

1923 - 1926

Besuch einer privaten Handelsschule in Göppingen von April bis Dezember 1923, danach Lehre und 1926 Abschluss mit der Kaufmannsgehilfenprüfung an der Kaufmännischen Berufsschule in Geislingen

 

1928 - 1932

Zusätzlich zu der Arbeit in der seitherigen Firma ergibt sich eine Aushilfstätigkeit auf dem Rathaus in Groß-Süßen.

 

1934

G. Thierer strebt den „Gehobenen Verwaltungdienst“ an und legt nach Selbststudium und dem Besuch von Kursen im April 1934 die Mittlere Reifeprüfung ab.

 

1934 - 1936

Während der folgenden Ausbildungszeit übt er Tätigkeiten im Bürgermeisteramt Donzdorf, beim Verwaltungsaktuariat Geislingen und in den Bürgermeisterämtern Bietigheit sowie Fornsbach/Kreis Backnang aus. Daran anschließend folgt der Besuch der Höheren Verwaltungsschule in Stuttgart und im Oktober 1936 die Staatsprüfung für den Gehobenen Verwaltungsdienst.

 

1937 – 1939

Tätigkeit beim Württembergischen Sparkassen- und Giroverband in Stuttgart

1938 Heirat mit Klara Boser und Bezug der ersten gemeinsamen Wohnung in Stuttgart

Wegen einer Fußbehinderung wird G. Thierer nicht zum Kriegsdienst eingezogen.

 

1940

Umzug nach Göppingen aufgrund des Wechsels zur Kreissparkasse in Göppingen

 

1942

Ernennung zum Bürgermeister der beiden Gemeinden Albershausen (1500 Einwohner) und Hattenhofen (800 Einwohner) am 9. März 1942

 

1945

Nach dem Luftangriff auf Göppingen am 1. März 1945 gelingt es G. Thierer mit seiner  inzwischen fünfköpfigen Familie nach Hattenhofen umzuziehen.

 

Oktober 1945

Entlassung als Bürgermeister der Gemeinden Albershausen und Hattenhofen auf Weisung der Militärregierung durch das Landratsamt

 

1945 - 1947

Verschiedene Tätigkeiten, z.B. als Schreiber, Verwaltungsaktuar und Chronist der Kreissparkasse

 

1947

Nach Abschluss des Entnazifizierungsverfahrens ist  G. Thierer keinerlei Einschränkungen mehr unterworfen.

Seit Mai 1947 übt er eine Tätigkeit auf dem Rathaus in Rechberghausen aus.

Am 27. Dezember 1947 wählt der Gemeinderat in Rechberghausen G. Thierer einstimmig zum Amtsverweser.

 

1948

Am 21. März 1948 wird G. Thierer auf 6 Jahre zum Bürgermeister von Rechberghausen gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 74% erhält er 94% der abgegebenen Stimmen. Er zieht mit seiner Familie nach Rechberghausen.

 

1947 - 1948

Bau der Trinkwasserzuleitung aus Quellen in den Heiligenwiesen

Zuvor war das Trinkwasser so stark kontingentiert, dass es nur drei Stunden täglich durch die Hausleitungen floss.

 

1949

G. Thierer wird in die Geschäftsführung der neu gegründeten Kreisbaugesellschaft Filstal berufen.

Im Landkreis Göppingen befinden sich am 1. Januar 1949  41.257 Heimatvertriebene und 6.617 Evakuierte. Um diese Menschen unterzubringen, benötigt man mindestens 20.000 neue Wohnungen.

Über drei Jahrzehnte kann G. Thierer damit den sozialen Wohnungsbau im Landkreis, v.a. auch die Bauplatzpreise beeinflussen. Im Jahre 1981 erhält er eine Ehrenurkunde vom Verband Württembergischer Wohnungsunternehmen.

 

1949

Bodenreform und Baubeginn der Sonnenbergsiedlung

Flurbereinigung in Oberhausen

 

1949 - 1966

Errichtung von 819 Neubauwohnungen, vorwiegend im sozialen Wohnungsbau

Erst 1966 kann auf Wohnraumbewirtschaftung verzichtet werden.

 

1950 - 1951

Anschluss an die Landeswasserversorgung

Trotzdem muss der Wasserbezug noch immer kontingentiert werden.

 

1952 - 1957

Neben der Tätigkeit als Bürgermeister in Rechberghausen nimmt G. Thierer die Aufgaben eines Verwaltungsaktuars in Birenbach wahr (Planung und Bau des Schulgebäudes, Flurbereinigung, Baulanderschließung).

 

1954

Zweite Wahl zum Bürgermeister in Rechberghausen (mit 99,90%)

 

1958

Großzügige Erweiterung der damaligen Volksschule, unserer heutigen Grundschule

Der heute noch sogenannte „Neubau“ wird erstellt, außerdem die Pausenhalle und vor allem das Lehrschwimmbecken. Dies ist im Jahr 1958 landesweit eines der ersten Lehrschwimmbecken einer Schule.

Bau des katholischen Gemeindehauses mit Kindergarten

 

1959 - 1963

Sanierung der Trinkwasserversorgung

Bau eines Tiefbrunnens im Oedachsee

Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist damit gesichert.

1961

Bau der evangelischen Kirche

Neubau der Kreissparkasse

 

1962

Anschluss an die Sammelkläranlage der Stadt Göppingen und Bau des Zuleiters nach Faurndau

 

1963

Der Oberschulrat beauftragt den Gemeinderat Rechberghausen, weiteren Schulraum zu schaffen, da die Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren um fast 1000 Einwohner zugenommen hatte. Die Klassen 8 und 9 werden an der Nachbarschaftshauptschule, zunächst in Börtlingen, unterrichtet.

 

1965

Amtsverweser in Birenbach

 

1965

Der Schulentwicklungsplan der Landesregierung sieht für Rechberghausen den Aufbau eines Bildungszentrums vor.

Göppingen bemüht sich um die Eingemeindung von Birenbach.

Ein Fernziel der Stadt Göppingen ist, auch Rechberghausen einzugemeinden.

 

1966

Dritte Wahl zum Bürgermeister in Rechberghausen (mit 99,94%)

 

1967

Das Regierungspräsidium lehnt die von der Stadt Göppingen angestrebte Eingemeindung der Gemeinde Birenbach ab. Die Hauptschüler aus Birenbach werden nach wie vor nach Göppingen in die Albert-Schweitzer-Schule gefahren, obwohl in Rechberghausen eine Hauptschule vorhanden ist. Der Streit um die Eingemeindung geht jedoch weiter. Viele Bürger in Birenbach stehen einer solchen Eingemeindung positiv gegenüber.

 

1967 - 1968

Rechberghausen kämpft verstärkt dafür, dass das Bildungszentrum nicht auf der Gemarkung von Bartenbach, sondern in Rechberghausen gebaut wird.

 

1968

Genehmigung zum Bau der Hauptschule

In Voraussicht auf die Errichtung einer Realschule wird entsprechend großzügig sowohl Baugrund erworben als auch die Kapazität der Heizung ausgelegt. Diese Vorleistungen sind zukünftig ein gewichtiges Argument dafür, dass Rechberghausen der Bau der Realschule nicht streitig gemacht werden kann.

 

1968 - 1969

Ausbau der Ortsdurchfahrt der B 297 und der Straße bis zur Einmündung Zell-Börtlingen

 

1969

G. Thierer bekommt das Verdienstkreuz am Bande verliehen

 

1971

Die Gemeinden Adelberg, Börtlingen und Rechberghausen gründen den Gemeindeverwaltungsverband „Östlicher Schurwald“. Im Jahr 1972 tritt auch die Gemeinde Birenbach bei.

 

1972

Einweihung der Nachbarschaftshauptschule mit Schulsporthalle für die Schüler aus Rechberghausen, Adelberg und Börtlingen

 

1973

Besuch des Ministerpräsidenten Dr. Filbinger in Rechberghausen

 

1973

Göppingen richtet eine 3. Realschule in Holzheim ein. Das Oberschulamt sieht den Neubau einer Realschule in Rechberghausen nicht als erforderlich an.

 

1974

Der Gemeindeverwaltungsverband „Östlicher Schurwald“ erhält Bestandsschutz. Eine Verwaltungsgemeinschaft unter Führung der Stadt Göppingen ist somit endgültig abgewendet.

 

1974

Neubau des Gemeindekindergartens im Töbele

 

1973 - 1975

Erweiterung des Friedhofs

 

1973 - 1976

Planung und Realisierung des Gewerbegebiets Lindach

 

1976

Rechtskräftiger Bebauungsplan für das Wohngebiet Berg

 

1977

Georg Thierer wird für seine zahlreichen Verdienste geehrt:

Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Gemeinde Rechberghausen

Verleihung der „Freiherr-vom-Stein-Medaille“ des Gemeindetags Baden-Württemberg

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse

Verabschiedung von G.Thierer in den Ruhestand

 

1978

Der Bau der Realschule wird endgültig genehmigt.

 

2004

Georg Thierer stirbt am 27. Januar 2004.

 

2006

Die Grundschule Rechberghausen bekommt den Namen

„Georg-Thierer-Grundschule“ verliehen.

 

 

"Rathaus – Kirche – Schule

 

sollen der Mittelpunkt einer Gemeinde sein.

 

So war es bei mir!"

Georg Thierer

 

 

 

Quelle: Georg Thierer, Erinnerungen aus 80 Jahren



Letzte Aktualisierung am 10.09.2009

www.gtg-rechberghausen.de